Recurve-Bogen

Der Recurvebogen ist der klassische Turnierbogen. Die ältesten archäologischen Funde von diesem Bogen stammen aus Asien. Den Namen verdankt er seinem Hauptmerkmal, die zurückgebogene Form
der Wurfarmenden. Durch diese Form liegt die gespannte Sehne an den Armen an und ermöglicht so einen weicheren Auszug, sowie einen höheren Wirkungsgrad. Der Kraftaufwand steigt bis zum vollständigen Auszug linear an. Ist er voll ausgezogen, so liegt die gesamte Leistungskraft auf den Fingern.
Der Recurve-Bogen wird zum Transport zerlegt. Seine Bestandteile sind das Mittelstück (Griffstück), zwei Wurfarme, Visier, Auflage für den Pfeil, Button und Sehne. Um ein besseres Trefferbild zu erzielen, wird für diesen Bogen in der Regel Stabilisator benötigt. Dieser fängt die Schwingungen beim Abschuss eines Pfeils ab.
Blankbogen
Ein Blankbogen kann, muss aber nicht aus Holz sein und besitzt keinerlei Hilfsmittel wie Visier oder Stabilisator. Beim ausziehen wird, die Zughand an einem festen Ankerpunkt positioniert und die Pfeilspitze dient als Zielpunkt. Ändert sich die Distanz zum Ziel, so wird ein neuer fester Ankerpunkt verwendet. Er wird für die ursprüngliche Art des Bogenschießens verwendet.
Compoundbogen

Der Compounder nutzt das Hebelgesetz. An den Bogenenden besitzt er sogenannte Camwheels (drehbare Räder). Ein Kabel, sowie die Sehne werden in je ein Camwheel aufgerollt. Im ungespannten Zustand wird die Sehne auf das Rad mit dem größeren Durchmesser gerollt. Beim Spannen wird die Sehne vom größeren Rad abgerollt, gleichzeitig wird am anderen Ende das Kabel auf das kleinere Rad aufgerollt. Die nach außen wegdrehende Rolle wirkt auf die Drehachse wie ein starrer Hebel. Der Hebelarm wird durch das herausziehen der Camwheels verlängert. Die Höchstleistung erreicht der Bogen an dem Punkt, wo die Rollen beim Auszug “kippen”.
Der Kraftverlauf beim Auszug ist nicht linear. Zunächst steigt der Kraftaufwand stetig, jedoch beim erreichen des Gipfelzuggewichtes nimmt dieser schlagartig ab. Der Schütze hält bei voll ausgezogenem Bogen nur noch ein Bruchteil des Gipfelzuggewichtes in der Hand. Die heutigen Compounder besitzen eine bis zu 80%ige Zuggewichtsreduzierung. Technisch wurden sogar schon 98% erreicht. Der Bogen kann so viel ruhiger gehalten werden, was das Zielen erleichtert.
Der Compundbogen wird in Turnieren in einer eigenen Klassen gewertet. Er wird in der Regel mit technischen Hilfsmittel ausgerüstet. Diese sind z.B. Vergrößerung im Visier und einer Wasserwaage. Er ist somit in der Treffergenauigkeit dem Recurve-Bogen überlegen, bedarf aber eines höheren Wartungsaufwandes.
Kompositbogen/Reflexbogen
Dieser Bogen entesteht durch das verleimen von Holz und Tierhorn, die mit Sehnen umwickelt werden. Das Holz dient zum Teil nur als Trägermateriel. Tierhorn hält, im gegensatz zu Holz, einer doppelt so hohen Druckbelastung stand. Gegenüber den traditionellen Bögen, ist er ein kleinerer Bogen mit dennoch hoher Spannkraft. Er besitzt eine höhere Fähigkeit Energie zu speichern und diese auch beim Abschuss eines Pfeils abzugeben. Ein identisch gebauter Bogen aus Holz würde sofort brechen. Durch die geringer benötigte Schichtdicke können dünnere Bogenarme verwendet werden, so geht beim biegen weniger Energie auf die Wurfarme verloren. Bei dem Abschuss des Pfeils kann jedoch umso mehr abgegeben werden. Kleinere und kürzere Wurfarme besitzen zudem weniger Masse die bewegt werden muss.
Die Anfälligkeit des Bogens ist sein Nachteil. Der Materialverbund könnte sich im schlimmsten Fall auflösen und würde den Bogen irreparabel machen
Langbogen
Der Bogen besteht aus einem Stück. Hier werden Holzstreifen laminiert. Er kann auch aus auf- oder eingelegten Kunstoffen hergestellt werden. Man Unterscheidet zwischen Stab- und Flachbogen. Der Stabbogen ist die englische (komplette Länge ergibt einen D-förmigen Querschnitt/Runder Griff) und der Flachbogen die amerikanische (kürzere Wurfarme/angepaßter Griff) Bauart.